Kategorien
Don WInslow Rezensionen The Cartel

Weiße Lilien

„Aber erst das große, von Don Winslow zusammengefügte Bild schafft die Ahnung des Ausmaßes, eine Idee davon, unter welchen Umständen die Menschen dort leben (müssen).Eine Ohnmächtigkeit, der niemand entgehen kann: nur durch das persönliche Glück, zufällig auf der reichen, weißen, westlichen Seite geboren zu sein. An jedem Koks, was ihr durch eure Nasen zieht, ist Blut, viel Blut.“

 

Kategorien
Das Kartell Don WInslow Rezensionen

Vergissmeinnicht

„Es fällt schwer über dieses Buch zu reflektieren. Steht alles drin. Den Opfern wird gehuldigt, die Täter haben das Wort bei der Wahl der eingesetzten Mittel, was die Herzen derer, die sie jagen für immer verändert. Die Schuld ist nicht wählerisch, sie bedient sich auf beiden Seiten. Manche der menschlichen Tötungswerkzeuge sind selbst nichts als Opfer, bar jeder Menschlichkeit bleiben sie dennoch Menschen, und werden zu Tätern in der Darkzone.  

Darth Vader. Vom Clown bis zum Priester, er lauert in jedem von uns.“

Kategorien
Diskussion Rezensionen

Let’s Talk About.. Das Kartell

Das Studio B Kollektiv diskutiert nicht nur über Don Wnslow, Mexiko und den War on Drugs. Das wäre auch untypisch.

Kategorien
Jon Ronson Rezensionen So You've Been Publicly Shamed

Geerdet

„Jon Ronson nähert sich seinen Interviewpartnern naiv scheinend, gewinnt jedoch dadurch ihr Vertrauen und schöpft so aus einer schier unendlichen Anzahl von Quellen: er weiß um die Komplexität der Welt und stellt Fragen, anstatt nur Erkenntnisse zu diktieren. Sein Schreibstil bildet diese Kette aus Frage – Erkenntnisgewinn – neue Frage – neue Erkenntnisse ab, bei denen er immer sich selbst reflektiert, und auf seinem Weg manchmal auch bereits sicher geglaubte und zunächst bewiesene Erkenntnisse revidiert. Das klingt ganz schön gestelzt und wird Jon Ronson nicht wirklich gerecht. “So you’ve been publicly shamed” ist ein aufregendes, kurzweiliges Werk, bei dem man viel unterstreichen möchte, 3 Ausrufezeichen mindestens auf jeder Seite.“

 

Kategorien
Andy Weir Der Marsianer Rezensionen

Gestrandet

„Manchmal schmeißt’s mich, vor lauter selbstauferlegtem Nachempfinden, (HALLO?, gibts ein Wort für deinen Blattsalat?), also, vor lauter Empathie für das Schicksal von Mr. Watney, lande ich bisweilen in der Schmollecke, z.b. wenn der Mann – nach einer kleinen Explosion seiner Bodenstation, und mit nichts als seinem Raumanzug zwischen sich und der Unendlichkeit des Universums – nichts besseres zu tun hat, als seine Panik mit ‘nem coolen Joke zu neutralisieren und im nächsten Moment bereits verschiedene Lösungen des, oder der, natürlich höllisch komplexen Probleme durchgeht.

Seit ihr Amerikaner wirklich SO anders?
Maybe.
Cool.
(On the other hand, it scares me in a way …)“

Kategorien
Neal Stephenson Rezensionen Seveneves

Gecrasht

„Holy fucking shit, Neal. Neal, Neal, Neal Neal, Neal.. Was machst Du hier mit uns…

Neal Stephenson hat einen Roman geschrieben, der unendlich deprimierend ist. Und genauso grenzenlos empfehlbar. Es ist seit langem ein Roman bei dem man 200 Seiten im Buch nicht das Ende ahnt. Es kommt alles ganz anders. GANZ anders.

Deshalb hier die Bitte an alle, die Starke nerven und ein positives Gemüt haben, sofort abzuschalten und sich Neal Stephensons unaussprechlichen Roman “Seveneves” zu holen und wiederzukommen, nachdem die letzte Seite gelesen ist. Ich verspreche beim heiligen Douglas Adams, dass niemand enttäuscht sein wird. Das Buch ist noch nicht übersetzt, aber der Schwierigkeitsgrad is mässig und man vermeidet bei sofortigem Lesen den unvermeidlichen Spoiler, den ein gedankenloser Verleger durch den Deutschen Titel verbrechen wird.

Kategorien
Aufmacher Komplette Sendung

society is a bitch

society is a bitch. Drei Beispiele zu dieser Definition alles Menschlichen werden heute in Form dreier Bücher rezensiert: eines hoffnungsvoll, eines realistisch und eines deprimierend.

Zunächst fragt sich Heiko Hesh Schramm, ob das Stranden auf entfernten Inseln nicht nur Fluch ist. Der Bericht in diesem Fall ist von Andy Weir und heisst „Der Marsianer“.

Dann berichtet Irmgard Lumpini vom realen Leben miteinander und wie schnell das zur Hölle werden kann, es wird die aktuelle Reportage in Buchform von Jon Ronson besprochen: „So You’ve Been Publicly Shamed“.

Schlussendlich wird es deprimierend und zwar derart, dass sich Herr Falschgold entschied, 2 Drittel des Inhaltes von Neal Stephensons „Seveneves“ zu erzählen um es allzu empfindlichen Seelen zu ermöglichen, diesen Teil des Buches überspringen.

Und weil es nach dem Anhören der Stephenson-Rezension zu tumultartigen Situationen im Studio B kam, nochmals der Hinweis: Die Rezension von „Seveneves“ spoilert ganz böse – aber bewusst und somit wird nach einem Intro und auch später im Buch nochmal die Gelegenheit eingeräumt, musikalisch unterlegt aus der Rezension auszublenden und sich zunächst selbst ein Bild zu machen. Wir haben Euch gewarnt. Kein Gejammer! Literaturkritik can be a bitch.

https://soundcloud.com/falschgold/sets/studio-b-2015-july

Kategorien
Aufmacher Buchreihe Komplette Sendung Rezensionen

Born in the UK

Edward St Aubyn ist in Grossbritannien geboren, aber in englischpsrachigen Schriftstellerkreisen weltweit berühmt. Die Meinung des ausschliesslich kosumierende Publikums, ob die Originale oder die Übersetzung lesend, ist nunja, Amazon Verkaufsränge in den vier- bis fünfstelligen Nummern sagen viel, Kommentare, überschrieben mit „Oh my God awful“ auch einiges.

„Welch interessanter Widerspruch“ wisperte Herr Falschgold, bestellte sich die ersten drei Bände und, welch Zufall, bemerkte er, hat das Studio B Kollektiv doch tatsächlich drei Mitglieder. Die heutige Sendung ward geboren und Hossa! hat das Buch Sprengstoff – selten hatten wir drei wirklich konträre Meinungen verbunden mit einer einstimmiger Leseempfehlung.

Irmgard Lumpini bespricht Band 1 – „Never Mind“, Heiko Schramm Band 2 – „Schlechte Neuigkeiten“ und Herr Falschgold schliesslich den dritten Band „Some Hope“. Anschliessend diskutieren alle Drei wie immer – ziemlich unversöhnlich in der Sache; aber natürlich herzen sich am Ende alle. Some Hope.

Kategorien
Buch Edward St Aubyn Never Mind Rezensionen

Black

„..Grausam, unendlich traurig, die Welt dieses Buches – der englische Hochadel – ist kein schöner Platz. Das Beharren auf Traditionen, Herkunft, Äußerlichkeiten, das nur unter der kompletten Aufgabe der Menschlichkeit herrschen kann. Und wenn eine verzagte Hoffnung keimt, auch sie wird zerstört. ..“

https://soundcloud.com/falschgold/edward-st-aubyn-never-mind?in=falschgold/sets/studio-b-2015-m-rz

Kategorien
Buch Edward St Aubyn Rezensionen Schlechte Neuigkeiten

Dark Greyish

„..Wäre diese ganze schwer verdauliche Story eigentlich noch größere Kunst, wenn Edward St Aubyn hier nicht seine eigene beschissene Jugend veröffentlicht, sondern sich alles, einfach so, nur ausgedacht hätte? Nach einer behüteten Jugend irgendwo in Mittel-England? ..“

https://soundcloud.com/falschgold/edward-st-aubyn-schlechte-neuigkeiten?in=falschgold/sets/studio-b-2015-m-rz

Kategorien
Buch Edward St Aubyn Rezensionen Some Hope

Striped

„..Wenn wir jetzt jedoch die in den ersten beiden Bänden entwickelten psychologischen Kriegsschauplätze dazu nehmen, auf die es den Haupthelden Patrick Melrose in den bisher 30 Jahre seines Lebens verschlagen hat, und die er klug und allzumenschlich reflektiert, bekommen wir langsam einen sehr, sehr ansprechenden Mix aus Amüsement, Grauen und Reflexion über die Human Condition, der man sich nur schwer entziehen kann..“

https://soundcloud.com/falschgold/edward-st-aubyn-some-hope?in=falschgold/sets/studio-b-2015-m-rz

Kategorien
Diskussion

Let’s talk about.. Patrick Melrose

Wenn drei sich streiten, kann trotzdem eine Leseempfehlung heraus kommen. Irmgard Lumpini, Heiko Schramm und Herr Falschgold besprechen Edward St Aubyn’s Patrick Melrose Reihe.

https://soundcloud.com/falschgold/edward-st-aubyn-patrick-melrose?in=falschgold/sets/studio-b-2015-m-rz

Kategorien
Buch Juli Zeh Nullzeit Rezensionen

Rechtsanwaltsgebührentabelle nach RVG

„..Dennis Scheck würde das Buch jetzt das Rollband herab mit Schwung in die blaue Tonne schicken. Ich aber habe zu viel Lebenszeit mit dem Unsinn verbracht und bin außerdem vertraglich geknebelt, zu jedem noch so grausamen Werk 700 Worte zu rezensieren, was mich vor die Frage stellt, ob ich die letzten 300 derer so böse bin, wie es mich macht, wenn man mir Lebenszeit stiehlt.

Ich versuche es zunächst mit Verständnis und garantiere für nichts.“

Kategorien
Der Russe ist einer, der Birken liebt Olga Grjasnowa Rezensionen

Fucking Rassisten, alle.

Irmgard Lumpini findet in Olga Grjasnowas Debutroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ von unabhängiger Quelle bestätigt, was sie schon immer wusste: fucking Rassisten, alle.

Kategorien
Aller Liebe Anfang Buch Judith Herman Rezensionen

Stalker

„.. Sich kurz entspannen, neue Kraft tanken zu können, zum VER-kraften der harten Tatsache, das das Leben bis zum Ende ein beschwerlicher Batzen aus Problemen BLEIBEN wird – außer du kraxelst oben rauf auf den Batzen, sagst -Fuck you Batzen! -, dann geniesst du die Aussicht für’n Moment und lässt dich vielleicht kurz.. – fallen, aber Vorsicht, nicht einfach nur herab, ins nächste Tal.
Wer schafft das denn?“

Kategorien
Diskussion

Let’s talk about – Sprache.

Irmgard Lumpini, Hesh und Herr Falschgold kommen, von drei Unterschiedlichen Ergebnissen ihrer Lektüre aus, in dieser Show am Ende fast zu unheimlicher Harmonie. Fast. Wie immer.